| Veranstaltung: | Sitzung des Studierendenparlaments 25/26 am 30.04.26 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Studis für Studis |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 30.04.2026, 18:56 |
IA2: Studierendenentscheid: "KI-Strategie für die Universität Würzburg"
Antragstext
Stimmst du/Stimmen Sie folgender Aussage zu? „Die Universität Würzburg soll
zeitnah eine verbindliche, gesamtuniversitäre Strategie zum Umgang mit
Künstlicher Intelligenz (KI) in den Bereichen Forschung, Studium und Lehre sowie
Verwaltung erarbeiten und verabschieden. Die Strategie soll unter aktiver
Beteiligung der Studierendenschaft – insbesondere des Referats Künstliche
Intelligenz in Studium und Lehre – entwickelt werden."
Begründung des Initiativcharakters
Nach dem Treffen des SSRs mit der Universitätsleitung gestern, halten wir die aktuellen Maßnahmen und Überlegungen für nicht ausreichend. Daher die Dringlichkeit und Wichtigkeit.
Inhaltliche Begründung
Die Disruption durch Künstliche Intelligenz ist so weitreichend, dass sie alle Kernbereiche einer Universität betrifft: Forschung, Studium und Lehre, Prüfungswesen sowie Verwaltung. Andere Hochschulen haben hierauf bereits mit umfassenden, präsidial getragenen Gesamtstrategien reagiert. Prominent etwa die Technische Universität München mit ihrer "TUM-KI-Strategie" (TUM), die einen verbindlichen Rahmen für die Integration von KI in Lehrpläne, Forschungsinfrastruktur, Verwaltungsprozesse sowie Datenschutz und Ethik setzt. Auch die Universität Mannheim hat ein KI-Kernteam etabliert, das Expertise bündelt, Aktivitäten koordiniert und eine institutionelle KI-Strategie erarbeitet (Universität Mannheim). Weitere Hochschulen wie die Hochschule Koblenz oder die Universität Leipzig verfolgen vergleichbare Ansätze. Der Stifterverband betont in seinem KI-Masterplan 2030, dass eine aktive KI-Strategie an Hochschulen Ad-hoc-Entscheidungen und rein reaktives Verhalten ohne übergeordnete Gesamtstrategie vermeidet (Stifterverband).
An der Universität Würzburg sind erste, durchaus wertvolle Entwicklungen bereits angestoßen worden, z.B. durch das Rechenzentrum, das Zentrum für Bildung und Lehre (ZBL), das Prüfungsamt sowie das Center for Artificial Intelligence and Data Science (CAIDAS). Diese Aktivitäten verlaufen jedoch weitgehend dezentral, teilweise voneinander entkoppelt und insgesamt aus unserer Sicht zu langsam. Auf Ebene der Hochschulleitung ist bislang weder ein klarer strategischer Kurs noch ein verbindlicher Zeitplan erkennbar. Damit droht die Universität Würzburg, trotz vorhandener Expertise und Motivation, gegenüber anderen Standorten den Anschluss zu verlieren – mit konkreten Folgen für die Qualität der Lehre, die Wettbewerbsfähigkeit in der Forschung, die Effizienz der Verwaltung sowie für die Kompetenzentwicklung von uns als Absolvent*innen.
Aus studentischer Perspektive sind insbesondere folgende Fragen dringend strategisch zu adressieren:
- ein transparenter und rechtssicherer Rahmen für den Einsatz von KI in Lehre und Prüfungen, der zeitgleich Fairness und Chancengleichheit sicherstellt
- systematische Vermittlung von KI-Kompetenzen über alle Studiengänge hinweg
- ein zentral bereitgestellter, datenschutzkonformer Zugang zu leistungsstarken KI-Werkzeugen für alle Universitätsangehörigen
- klare Leitlinien zu Wissenschaftsethik, guter wissenschaftlicher Praxis und Nachhaltigkeit beim Einsatz rechenintensiver KI-Systeme
Mit der Gründung des Referats „Künstliche Intelligenz in Studium und Lehre" hat das Studierendenparlament am 12.06.2025 eine Struktur geschaffen, die studentische Perspektiven in diesen Diskurs mindestens im Bereich Studium und Lehre strukturiert einbringen kann. Der vorliegende Studierendenentscheid soll das Mandat der Studierendenschaft stärken, gegenüber der Hochschulleitung mit Nachdruck eine verbindliche, gesamtuniversitäre KI-Strategie einzufordern und an deren Erarbeitung aktiv mitzuwirken.
Unterstützer*innen
- Franziska Beisler
- Diana Frik
- Marco Stiegelbauer
- Phil Kuhn
- Yannik Bauer
Änderungsanträge
- Ä1 (Studis für Studis, Eingereicht)
